2009 ist das neue 1984

2009 ist das neue 1984

Ganz so schrecklich hat sich George Orwell das Jahr 1984 damals nicht ausmalen können, wie es die Firma Internet Eyes jetzt in Groß Brittanien geplant hat:

Die Briten sind mit der Installation von 4.2 Millionen Überwachungskameras trauriger Spitzenreiter im Bespitzeln der Öffentlichkeit unter dem scheinheiligen Vorwand der Sicherheitssteigerung. Das Problem dieser vielen Kameras: Nur etwa 1000 werden ständig überwacht – vor den anderen Kameras könnten ungesehen Massenmorde passieren.

Also …

… wird aus dem Bildmaterial der restlichen Kameras ein Internetstream erzeugt, den jeder Nutzer des Internet Eyes Viewers (LinkLink) dann einsehen kann.

Genau hier beginnt das Spiel. Es werden Punkte vergeben für jedes erfolgreich beobachtete Verbrechen oder die Entdeckung einer gesuchten Person – für Fehlalarme gibt es Abzüge. Highscores werden mit Kopfgeldsummen in Höhe von bis zu 1000 Pfund belohnt.

Was für eine grauenhafte Entwicklung, was für eine ekelhafte, spielerische Aufforderung zum Voyerismus und Denunziantentum – aber nicht ganz so ekelhaft wie die Virtual Border Watch von der wir schon vor einiger Zeit berichtet haben (LinkLink) , bei der man grenzübertretende Mexikaner melden kann …

via taz

Vielen Dank an unseren TAZ-lesenden Steuerberater für den Hinweis auf diesen Artikel!